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Vielseitig in der Anwendung: Der Lavendel

Wirkung von Lavendel

Die ausgedehnten Lavendelfelder gelten als charakteristisch für die Hoch-Provence. Die riesigen Anbaugebiete befinden sich auf Hängen in Höhen von 500 bis 1 500 Metern. Allerdings erstrecken sich mittlerweile weltweit Kulturen der Heilpflanze. Den Echten Lavendel, lateinisch Lavandula augistifolia, erklärte der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ im Jahr 2020 zur „Arzneipflanze des Jahres“. Denn dem Nervenkraut wird eine besonders beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt. Zuvor hatte bereits eine Jury des Theophrastus-Naturheilvereins den Lavendel 2008 zur „Heilpflanze des Jahres“ gewählt.

Die Römer schätzten bereits die aromatischen Stoffe und verwendeten sie als Beigabe zum Waschwasser und zu Badezwecken. Der Ursprung des Namens wird hier vermutet, denn das lateinische Verb „lavare“ bedeutet im Deutschen nichts anders als „waschen“.

Heilmittel gegen seelische Überlastung

In der Volksmedizin, wie sie ab dem 16. Jahrhundert aufgezeichnet wurde, kennt man den Echten Lavendel als ein Heilmittel, das beruhigt, die Nerven stärkt und Krämpfe löst. Viele Therapeuten berufen sich noch heute auf diese Erfahrungen, und sie wenden das Heilmittel bei Stresszuständen, übermäßiger Erregung und Schlaflosigkeit an. In der Naturkosmetik schätzt man seine antibakterielle Wirkung.

Auch im 17. Jahrhundert zählte das ätherische Öl der Pflanze zu den am meisten nachgefragten Duftstoffen für verschiedene Parfums. Bis in die heutige Zeit bewährt sich Lavendel als Zusatzstoff in Badeölen und Duftseifen.

Die Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Besonders dieses enthaltene ätherische Öl machte den Lavendel weltberühmt. Es besteht vor allem aus Linalool und Linalylacedat, außerdem sind Flavanoide, Gerbstoffe, Glykoside und Cumarine enthalten.

Die Wirkung von Lavendel

Die Heilpflanze bewährt sich in unterschiedlichen medizinischen Zusammenhängen. Eine besondere Eigenschaft ist ihre beruhigende Wirkung auf die Psyche, denn in Stresssituationen entspannt sie das Nervensystem. Entstehen aufgrund von emotionellen Belastungen Symptome wie Unruhe, Hyperaktivität, Erschöpfung, Reizbarkeit oder Schlafstörungen, kann das Mittel die Beschwerden lindern. Oft entstehen aus einer Überspannung sogar Angstzustände oder Depressionen, und auch bei diesen Symptomatiken gilt Lavendel als eine zuverlässige Unterstützung bei der Genesung. Besonders Migräne, muskuläre Verspannungen, Nacken-, Schulter und Rückenschmerzen kann der Anwender mit der Heilpflanze mindern oder lösen.

Viele verwenden den Echten Lavendel auch gegen nervös bedingte Magen- und Darmbeschwerden. Die Naturmedizin rät bei psychosomatischen Verdauungsbeschwerden zur Einnahme der Heilpflanze, etwa bei häufigem Aufstoßen, Blähungen oder Reizdarm.

Hautprobleme und Wundheilung

Bei Schnittwunden und Hautabschürfungen leistet der Lavendel ebenfalls gute Dienste. Er fördert die Wundheilung und verhindert Entzündungen durch seine antibakterielle Wirkung. Ist es bereits zu einer Entzündung gekommen, hilft die Pflanze gegen die weitere Ausbreitung. Ihre beruhigenden Eigenschaften können einen Juckreiz lindern oder Insektenstiche und einen Sonnenbrand abmildern. Außerdem scheinen Insekten wie Mücken oder Wespen auf Lavendel mit Abneigung zu reagieren. Heilpraktiker behandeln mit den Pflanzenextrakten Hauterkrankungen mit viraler Ursache wie Gürtelrose oder Herpes.

Verwendung als Kreislaufmittel

Die Naturmedizin verwendet Lavendel traditionell als Mittel gegen Kreislaufschwäche, denn sein ätherisches Öl hat neben seiner beruhigenden Wirkung auch einen belebenden Einfluss auf den menschlichen Organismus. Um diesen Effekt zu steigern, kombiniert man die Heilpflanze auch oft mit anderen Kräutern wie Thymian oder Rosmarin.

Krämpfe, Schmerzen, Beschwerden während der Menstruation

Die krampflösende Wirkung prädestiniert das Mittel für die Anwendung bei Magenkrämpfen und Menstruationsschmerzen. Derartige Behandlungen sind bereits aus der Volksmedizin des Mittelalters bekannt. Außerdem kommt Lavendel zum Einsatz, um Geburtswehen zu behandeln. Der Heilpraktiker kuriert darüber hinaus Nervenschmerzen, Zahnschmerzen sowie rheumatische Gelenkbeschwerden mit diesem natürlichen Heilmittel.

Erkrankungen der Atemwege und Lavendel

Die Naturmedizin verwendet Lavendel ebenfalls als ein sanftes Hausmittel bei Grippe, Husten oder Bronchitis. Auch bei Halsschmerzen kann das Mittel zu guten Heilerfolgen führen.

Dosierung und Anwendung

Die getrockneten Lavendelblüten bieten Apotheken, Drogerien und der Online Handel als Tee oder Öl, in Kapselform, als Tinktur sowie als Badezusatz an. Ebenfalls findet sich das ätherische Öl in Parfums, Duftölen, in Seifen und Hautpflegeprodukten oder Hautpflegeprodukten. Aber auch Wasch- oder Putzmittel werden bisweilen mit dem Duftstoff angereichert.

Ein Tee aus Lavendelblüten, mehrmals täglich eingenommen, aus ein bis zwei Teelöffeln, kann geschmacklich nicht überzeugen, deshalb verdünnen viele das Getränk mit Apfelsaft. Eine Tinktur aus Lavendel eignet sich für die innerliche Anwendung genauso wie für Einreibungen.

Tees und Öle mit Lavendel

Lavendelöl unterstützt die Wirkung einer Massage und ist oft Inhalt von Duftlampen. Auf diese Weise inhaliert der Anwender das Öl und schätzt seine entspannende Wirkung. Wenige Tropfen des Öls trägt man auf schmerzende Stellen auf und massiert es sanft ein, zum Beispiel bei Kopfschmerzen den Stirnbereich. Um das Einschlafen zu fördern, empfiehlt sich die Einnahme von einem Teelöffel einer Lavendel-Tinktur vorm Zubettgehen.

Das erholsame, entspannende Bad ist ein weiteres Anwendungsgebiet. Hierzu übergießt man 50 Gramm Lavendelblüten mit einem Liter kochendem Wasser. Nach einer Ziehzeit von 15 Minuten ins Badewasser geben für ein erholsames Entspannungsbad.

Sowohl die Tinktur als auch der Tee eignen sich hervorragend zum Gurgeln. Die Motten im Kleiderschrank reagieren allergisch auf ein Lavendelduftkissen und suchen das Weite, aber die Kleidung duftet anschließend angenehm frisch.

Nebenwirkungen bei falscher Anwendung

Bei äußerlicher Anwendung kann es zu Hautentzündungen kommen, deshalb das Öl nur verdünnt auftragen. Kleine Kinder oder Asthmatiker reagieren mitunter empfindlich und entwickeln allergische Symptome. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte man vor der Anwendung das Gespräch mit der Hebamme oder dem Arzt suchen.

Lavendel in Kapselform kann Bauchschmerzen und Blähungen verursachen. Bei einem fieberhaften Infekt oder Krampfadern empfiehlt sich vor dem Bad in Lavendelöl ein Besuch beim behandelnden Arzt.

Verschiedene Sorten der Pflanze

Den Lavendel gibt es in verschiedenen Arten. Neben dem Echten Lavendel findet auch der Speiklavendel Abwendung bei verschiedenen Beschwerden. Das Wirkmuster ist ähnlich, trotzdem darf man die Gewächse nicht miteinander verwechseln. Besonders im Atemwegsbereich und zur Schleimlösung schwören allerdings viele Patienten auf die Heilwirkung der unbekannten Variante.

Außerdem verwendet man bei medizinischen Anlässen oft Lavadin. Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung des Echten mit dem Speiklavendel. Die Komposition entfaltet jedoch nicht das gesamte Wirkspektrum des Echten Lavendel, besonders in Bezug auf die beruhigenden Eigenschaften.

Fazit

Bereits seit Jahrhunderten bewährt sich der Lavendel als Heilpflanze. Generationen von Therapeuten verordneten die Arznei bei den unterschiedlichsten Beschwerden, und auch heute berichten Patienten immer wieder von nachhaltigen Heilerfolgen. Zahlreich Anwendungen sind bekannt, und auch die Darreichung-Formen sind vielfältig. Der besondere Vorteil, wie bei anderen Naturheilmitteln auch, ist die geringe Zahl der Nebenwirkungen. Für den achtsamen Anwender ist der Lavendel ein vielfältiges Mittel, um den Heilungsprozess bei unterschiedlichsten Symptomen zu unterstützen.

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