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Ätherische Öle selbst herstellen

Ätherische Substanzen sind flüchtige Geruchsstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden. Die Essenzen werden in sehr reiner Form, aber auch sehr teuer auf dem Markt angeboten. Viele ätherische Öle kann man aber auch ganz einfach selbst gewinnen.

So werden ätherische Öle gewonnen

Ätherische Öle zu gewinnen ist ein aufwendiger Prozess. Die Herstellung geschieht in der Regel durch Wasserdampfdestillation: Das Ausgangsmaterial wird bei möglichst niedrigen Temperaturen bedampft. Dadurch lösen sich die ätherischen Substanzen und binden sich zunächst an die Wassermoleküle.
Der Wasserdampf schlägt sich nieder, verdunstet und zurück bleiben die ätherischen Öle.

Der Aufwand erklärt die teilweise sehr hohen Preise für reine ätherische Öle. Wer die feinen Düfte liebt, kann ätherische Öle auch relativ einfach und kostengünstig zuhause gewinnen.

Ätherische Öle in Speiseöl ausziehen

Diese Art der Geruchsöl-Gewinnung eignet sich vor allem für häufig verwendete Allerweltsöle und Einreibungen. Gerade dort, wo große Mengen an ätherischen Ölen verbraucht werden, lohnt sich diese Art der Selbstherstellung ganz besonders.

Nehmen wir das Beispiel eines Zimtöles. Hier können Liebhaber der feinen Düfte ein teures Fläschchen Essenz kaufen und dann mit Ölen zur Einreibung mischen. Doch das ist eigentlich unwirtschaftlich. Zimtöl lässt sich nämlich ganz einfach selbst herstellen.
Dazu muss lediglich ein hochwertiger Gewürz-Zimt (gemahlenes Pulver) für einige Tage in ein neutrales Speiseöl eingelegt werden.
Schon entsteht ein würziges wohlriechendes und belebendes Öl, das in größeren Mengen günstig zur Verfügung steht.
Der Geruch ist nicht ganz so intensiv wie bei einer destillierten Essenz. Für Einreibungen aber auch zum Riechen eigenen sich die so hergestellten Öle allemal.

Für diese Art der Zubereitung eignen sich frisches Pflanzenmaterial und Gewürze:

• Basilikum
Thymian
Oregano
Kamille
• Curcuma
• Pfeffer
• Orangenblüten
• Rosenblüten
• Johanniskraut
Lavendel
• Zitronenmelisse
• usw.

1. Frisches Pflanzenmaterial von Schmutz und störenden Teilen befreien.

2. Fertige Gewürze können einfach so weiterverarbeitet werden.

3. Ein passendes Gefäß wählen. Am besten eignen sich kleine Apotheker-Gläser oder Flaschen mit Korkverschluß. Aber auch Gläser mit Schraubdeckel oder Wasserflaschen aus Glas. Das Gefäß sollte das spätere Herausnehmen der Pflanzenmaterialien jederzeit ermöglichen.

4. Das klein geschnittene oder pulverisiert Pflanzenmaterial in das Glas gegeben und dann mit einem milden und möglichst neutralen Speiseöl übergießen. Hier eignen sich Raps-, Sonnenblumen-, Distel- oder auch Maisöl.
Weniger geeignet sind Olivenöl, Hanföl, Leinöl, da sie sehr starke Eigengerüche haben.

5. Das Pflanzenmaterial oder die Gewürze müssen komplett vom Öl abgedeckt werden. Schauen Teile heraus, kann sich unter Umständen bei frischen Pflanzenteilen Schimmel bilden.

6. Die Gläser oder kleinen Flaschen stehen dann für mehrere Tage an einem warmen Ort (aber keine direkte Sonne). Nach ein paar Tagen sind die Geruchsstoffe ins Öl übergangen.

Substanzen wie Zimt, Pfeffer, Curkuma oder getrockneter Oregano können problemlos im Öl bleiben und reichern dieses immer weiter an. Frische Pflanzenteile oder Blüten sollten spätestens nach 14 Tagen entnommen werden.

Wasserdampfdestillation mit der Espressokanne

Die Herauslösung der Duftessenzen mittels Wasserdampfdestillation ist eine der häufigsten Gewinnungsarten im professionellen Bereich. Im Handel werden zur privaten Herstellung sogar bezahlbare kleine Destilliergeräte angeboten. Trotzdem ist der Kauf bei kleinen Mengen nicht rentabel.

Ein normale italienische Espressokanne tut es nämlich auch.

1. Das Kaffeefilter-Teil mit dem zerkleinerten Pflanzenmaterial oder den Gewürzen füllen.

2. Den unteren Teil ganz normal mit Wasser befüllen.

3. Auf dem Herd aufkochen bis das Wasser ganz nach oben gesprudelt ist.

4. Das Wasser löst die ätherischen Substanzen und wahrscheinlich auch ein paar gröbere Teile aus dem Material.

Das ätherische Öl schwimmt nachher als feiner Film auf dem Wasser. Es kann ganz einfach mit einer Pipette abgenommen werden.
Die ätherischen Öle hinterlassen in der Kanne einen Rückstand. Sie sollte nach der Destillation gut ausgespült und am besten nur für die Gewinnung der Öle genutzt werden.
Da selbst größere Kannen schon für ein paar Euro zu haben sind, ist das eine der günstigsten Methoden.

Wasserdampfdestillation mit dem Kochtopf

Um größere Mengen an Pflanzenmaterial zu verarbeiten kann eine ähnlich simple Wasserdampfdestillation auch mit dem Kochtopf und einem Sieb erfolgen.

1. Einen ausreichend großen Kochtopf mit Wasser befüllen.

2. Ein passendes feines Metallsieb auf den Topf setzen.

3. Das Pflanzenmaterial in einer kleinen flachen Schüssel oder auf einem Tellerchen im Sieb platzieren.

4. Das Sieb mit dem Deckel des Topfes abdecken – aber umgekehrt, sodass der Griff des Deckels in die Schüssel ragt.

5. Das Wasser bei mittlerer Temperatur zu einem stabilen Köcheln und Dampfen bringen.

Wichtig ist bei dieser Methode, dass das Pflanzenmaterial nicht mit dem kochenden Wasser in Berührung kommt. Dazu eignen sich also sehr große Töpfe oder am besten ein Spargeltopf.
Die ätherischen Substanzen werden sich nur durch den Wasserdampf aus dem Pflanzenmaterial lösen. Damit der Dampf die Pflanzen in der Schüssel erreicht, muss die Konstruktion aus Topf, Sieb und Deckel an den Seiten dicht sein. Am besten fließen die niedergeschlagenen Dämpfe gleich wieder in den Topf zurück. Die ätherischen Substanzen aus dem Pflanzenmaterial werden sich oben am Decken absetzen und müssen dann vorsichtig angezogen oder mit einer Spritze Pipette aufgenommen werden.

Abfüllung in geeignete Gläser

Nach der Gewinnung sollten die ätherischen Substanzen einige Tage an der Luft reifen können. Reste von Wasser können in dieser Zeit verdampfen, wenn die Gläser oder Flaschen in einer trockenen Umgebung aufbewahrt werden.

Direkte Sonneneinstrahlung und zu viel Wärme können ätherischen Ölen schaden. Für die Aufbewahrung sehr reiner Auszüge eignen sich daher braune oder blaue Flaschen aus dem Apothekerbedarf.

Wie lange sind die ätherischen Substanzen haltbar?

Reine ätherische Öle sind fast unbegrenzt haltbar. Die selbst hergestellten Öle enthalten oft noch etwas gröberes Pflanzenmaterial, das mit der Zeit schlecht oder schimmelig werden kann.

Je feiner das Destillat ist, umso länger hält es.

Die Auszüge in Speiseöl halten mehrere Wochen bis sogar Monate, wenn das Pflanzenmaterial beziehungsweise das Gewürz ganz mit Öl bedeckt ist.

Aufbewahrt werden die Substanzen und Öle am besten in kleinen dunklen Flaschen vor Sonnenlicht geschützt und an einem kühlen Ort.

Ätherische Öle selbst herstellen – das Fazit

Auch zuhause kann man ätherische Öle gewinnen: Sie werden einfach in neutralem Speiseöl ausgezogen oder mit einer einfachen Wasserdampfdestillation gewonnen.

Die Wasserdampfmethoden erfordern Feingefühl und etwas Übung. Doch es lohnt sich, die Essenzen sind nachher fast so rein und gut wie die besten handelsüblichen ätherischen Öle.

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