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Ätherische Öle gegen Rheuma

Ätherische Öle gegen Rheuma

Bevor wir uns in diesem Artikel mit ätherischen Ölen gegen Rheuma beschäftigen, zum besseren Verständnis eine kurze Erklärung, um was es sich bei Rheuma handelt.

Im Fachjargon ist bei Rheuma von rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen die Rede. Diese lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen.

Die erste Gruppe enthält die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Zu ihnen gehören die chronische rheumatoide Arthritis (RA), die Spondyloarthritiden mit ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) und die Psoriasis Arthritis.

In diese Gruppe gehören gleichfalls die Kollagenose (Autoimmunerkrankung), die Vaskulititis (Entzündung der Blutgefäße) und die juvenile idiopathische Arthritis.

Die zweite Gruppe ergibt sich aus den degenerativ-rheumatischen Erkrankungen. Eine krankhafte und schmerzhafte Veränderung der Gelenkknorpel oder der Wirbelsäule mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen sind zusammen mit Anlaufschwierigkeiten die Hauptmerkmale.

In der dritten Gruppe finden sich die chronischen Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates. Chronische Rückenschmerzen, das Karpaltunnelsyndrom und der Tennis-Ellbogen sind hier zu benennen. Muskeln, Bedingt durch Überlastung schmerzen die Weichteilgewebe, die Sehnenscheiden und Sehnenansätze sowie die Schleimbeutel.
Auch die mit Müdigkeit und Schlafstörungen vergesellschaftete Fibromyalgie gehört in diese Gruppe.

Zur vierten Gruppe gehören die Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden.

In diesem Zusammenhang ist erstens die Osteoporose zu nennen, die aus entzündlichem Rheuma heraus entstehen kann. Zweitens muss die Gicht erwähnt werden, die von einem gestörten Purin- oder Harnsäure-Stoffwechsel gekennzeichnet ist.

Wenden wir uns den ätherischen Ölen gegen Rheuma zu.

Die Ursache von rheumatischen Erkrankungen ist häufig die Ablagerung von Gift- und Schlackenstoffen in den Muskeln und Gelenken.

Ätherische Öle, angewendet bei Massagen oder Einreibungen bzw. als Badezusatz oder Umschlag können Linderung herbeiführen, weil sie die Inhaltsstoffe der jeweiligen Pflanze in konzentrierter Form enthalten. So können schon kleine Mengen eine große Wirkung erzielen.

Entzündungshemmend haben sich zum Beispiel die Öle Weihrauch und Copaiba bewährt. In einer Metastudie aus dem Jahr 2011 konnte bewiesen werden, dass Weihrauch aus dem Weihrauchbaum stark entzündungshemmend wirkt. Weil es sehr mild ist, kann es direkt auf die Haut aufgetragen werden.
Das Copaiba-Öl, destilliert aus dem Copaiba-Baum in den Regenwäldern des Amazonas, wurde in einer kleinen Studie sogar wirksamer als Diclofenac-Natrium eingestuft.

Bewährt hat sich bei Rheuma, um die Durchblutung anzuregen und Schlackenstoffe auszuschwemmen eine Massage mit Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt. Auf 50 ml sollen 4 Tropfen Wacholder, 3 Tropfen Eukalyptus citriodora, 5 Tropfen Rosmarin und 5 Tropfen Lavendel beigemischt werden.

Als Muskelrelaxans hat sich ein Badezusatz aus 3 Tropfen Fichte, 3 Tropfen Majoran und 3 Tropfen Ingwer gerechnet auf 1 Eßl. Sahne bewährt. Für die Schmerzlinderung sind jeweils 3 Tropfen Kamille und Benzoe mit 4 Tropfen Lavendel auf 1 Eßl. Sahne zu empfehlen.

Eine Einreibung mit jeweils 3 Tropfen Latschenkiefer, Lavendel und Kanuka auf 1 Eßl. Johanniskraut sorgt für Linderung bei lokalen Schmerzen.

Für einen Umschlag als kurmäßige Anwendung 8 Tropfen Rosmarinöl mit 100 Gramm Leinsamen mischen, auf die schmerzenden Stellen auftragen und mit einem Tuch abdecken. Die ersten 4 Tage 2-mal täglich und danach 1-mal pro Tag auftragen.

Auch das blaue Kamillenöl mit über 60 % Chamazulen ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt.

Bezüglich einer Mischung aus Kamille, Myrrhe und Aktivkohle konnte 2013 in einer Studie belegt werden, dass die Wirkung bezogen auf Colitis ulcerosa gleichzusetzen ist mit Mesalazin, einem Standartmittel der Schulmedizin. Der hohe Anteil an Antioxidantien (ORAC 218.600 μTE/100g) kann verhindern, dass Entzündungen entstehen. Da rheumatische Erkrankungen häufig mit Darmerkrankungen einhergehen, kann diese Erkenntnis für Rheumatiker durchaus zielführend sein, um eine Besserung des rheumatischen Krankheitsbildes zu erzielen.

Dem Öl aus der italienischen Strohblume, der Immortelle, konnte in vielen wissenschaftlichen Studien ebenfalls eine stark entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden. Es sollte in keiner ätherischen Ölmischung fehlen.

Bei chronischen Entzündungen hat sich auch das Gewürznelkenöl bewährt. Die antioxidative Wirkung ist mit 1.078.700 μTE/100g extrem hoch. Eugenol ist mit über 70 % der Hauptbestandteil.

Zur Prophylaxe (Vorbeugung) ist folgende ätherische Ölmischung zu empfehlen:

Einfach täglich 3-5 Tropfen auf die Innenseite beider Unterarme auftragen. Weil dort die Haut dünn und somit durchlässig ist, können die Wirkstoffe schnell aufgenommen werden. Sind bereits chronische Entzündungen bekannt, sollte die ätherische Ölmischung zusätzlich jeden Tag zwei- bis dreimal auf die Fußsohlen aufgetragen werden.

Hier die Rezeptur:
Jeweils 12 Tropfen ätherisches Weihrauchöl und ätherisches Copaibaöl
10 Tropfen ätherisches blaues Kamillenöl
Jeweils 5 Tropfen ätherisches Immortellenöl und ätherisches Gewürznelkenöl
30 ml Olivenöl
30 ml Kokosöl
40 ml Johanniskrautöl (Rotöl)

Alle Öle sollten aus kontrolliert biologischen Anbau sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Pestizide, Herbizide usw. genauso in hoher Konzentration vorliegen wie die Inhaltsstoffe mit einer gesundheitsfördernden Wirkung.

Olivenöl, Johanniskrautöl und Kokosöl mit den ätherischen Ölen in eine Glasflasche geben und schütteln, damit sich die Öle gut miteinander verbinden.

Warum kann die Wirkung von ätherischen Ölen so fantastisch sein?

Dafür gibt es mehrere Gründe.
Die ätherischen Öle (Duftstoffe) sind in ihrer Vielfalt für die Pflanzen ein Kommunikationsmittel, mit dem sie einerseits Insekten anlocken und andererseits Mikroorganismen abwehren. Hinzu kommt, dass die Pflanzen mit ihnen den eigenen Stoffwechsel regulieren. Aus der Vielfalt heraus, und weil die Zusammensetzung mit jeder Ernte ein wenig anders ist, resultiert der große Vorteil, dass Viren oder Bakterien beim Menschen kaum Resistenzen gegen die ätherischen Öle aufbauen können.

Fazit:
Ätherische Öle wirken auf natürliche Weise, also ohne chemische Stoffe, die das Immunsystem schädigen können. Die ganzheitliche Wirkung erfolgt nicht nur vorbeugend, sondern auch im Akutstadium. Viele Patienten berichten, dass sie einen Teil der bisher eingenommenen Medikamente nicht mehr benötigen oder die Dosierung herabsetzen konnten. Im besten Fall kann mit ätherischen Ölen, wenn diese prophylaktisch angewendet werden, eine maximal mögliche Gesunderhaltung erreicht werden.

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