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Ätherische Öle – Heilkraft aus der Natur

Hintergrund und Geschichte

Die Geschichte der pflanzlichen Öle und Essenzen reicht über mehrere Jahrtausende zurück. Bereits in den alten chinesischen Dynastien wie auch im alten Ägypten, Persien und in zahlreichen anderen Kulturen wurden Öle zu verschiedenen medizinischen und rituellen Zwecken genutzt. Während Substanzen wie Weihrauch beispielsweise im alten China in erster Linie der Meditation und der inneren Harmonie dienten, verwendeten die alten Ägypter ätherische Öle und Harze als Hilfsmittel bei der Einbalsamierung ihrer Toten.

Später entdeckten die alten Griechen die Vorteile pflanzlicher Essenzen und lernten vieles über deren Anwendung von den Ägyptern. Schließlich begannen auch die Römer mit der medizinischen und kosmetischen Nutzung der Öle. Dies verstärkte die Popularität der ätherischen Öle in ganz Europa.

Auch heute bleibt die Beliebtheit der Öle als natürliche Heilmittel und Bestandteile von Kosmetika weiterhin ungebrochen.

Was sind ätherische Öle?

Als natürliche ätherische Öle bezeichnet man Essenzen, die von Pflanzen hergestellt und durch Methoden wie Extraktion oder Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Ätherische Öle verdunsten sehr schnell an der Luft, sind also flüchtige Stoffe. In der Natur dienen sie einer Pflanze meist als Lockmittel für Insekten, welche für die Bestäubung zuständig sind. Andererseits kann der Geruch die Pflanze auch vor Schädlingsbefall schützen.

Die Öle können sich in unterschiedlichen Pflanzenteilen befinden, beispielsweise in den Samen, den Blüten und sogar in den Wurzeln.

Unterschied zwischen naturreinen und künstlichen ätherischen Ölen

Da es heutzutage möglich ist, viele Bestandteile von pflanzlichen Essenzen synthetisch und günstig nachzubauen, entscheiden sich viele Hersteller für die künstliche Variante. Insbesondere zum Strecken und Standardisieren eines ätherischen Öls werden synthetische Stoffe immer häufiger angewandt. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich vor dem Kauf umfassend über das Produkt zu informieren und sicherzustellen, dass keine gesundheitsschädlichen, unnatürlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Ist ein Öl mit künstlichen oder unsicheren Zutaten gestreckt, sollte es nicht auf die Haut aufgetragen oder verspeist werden, da dies zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen führen kann. Für eine therapeutische Anwendung sollten deshalb stets naturreine Varianten genutzt werden.
Um als echtes naturreines ätherisches Öl zu gelten, muss eine Essenz vollständig aus der entsprechenden Pflanze gewonnen werden. Hierbei sind leichte Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten möglich, da die jeweilige Menge der verschiedenen Bestandteile von klimatischen Wachstumsbedingungen wie der Sonneneinstrahlung oder der Temperatur abhängig ist. Derartige Abweichungen von der Norm werden nicht selten mit synthetischen Substanzen gestreckt und reguliert. Dies bedeutet: Bei ätherischen Ölen gelten leichte Unregelmäßigkeiten als Qualitätsmerkmale, da sie die Naturbelassenheit des Öls beweisen.

Verschiedene Anwendungsgebiete

Mithilfe von ätherischen Ölen können zahlreiche körperliche wie auch emotionale Beschwerden gelindert werden. Natürlichen Essenzen wird eine intensive Auswirkung auf das limbische System zugeschrieben. Dieses ist ein Teil des Gehirns, der in erster Linie für Emotionen, die Gedächtnisbildung und die Ausschüttung von Endorphinen zuständig ist. Aus diesem Grund können ätherische Öle einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Zu den körperlichen Auswirkungen zählt zudem eine positive Wirkung auf das Immunsystem. Häufige Probleme, die durch Öle verbessert werden können, sind unter anderem:

  • Psychische Beschwerden und Ängste
    Ätherische Öle wie Lavendel, Ylang-Ylang und Sandelholz wirken beruhigend und entspannend, weshalb sie bei Angstzuständen wie auch bei Wut oder Ärger zur Anwendung kommen. Aufheiternde Aromen wie Mandarine und Geranie können die Psyche bei melancholischen und depressiven Episoden unterstützen.
  • Hormonelle Probleme
    Da viele natürliche Öle die Ausschüttung von Hormonen beeinflussen, helfen diese ebenfalls bei der Regulation. So profitieren beispielsweise Frauen in den Wechseljahren von ätherischen Ölen: Typische Leiden wie Hitzewallungen und starke Stimmungsschwankungen können durch Essenzen wie Rose, Bergamotte oder Salbei gelindert werden.
  • Hautpflege
    Cremes und Lotionen mit natürlichen Ölen sind hilfreich bei trockener und alternder Haut sowie bei Hautunreinheiten. Hierfür eignen sich sanfte Essenzen wie etwa Kamille oder Jasmin.

Sicherer Umgang mit Essenzen

Auch bei der Verwendung von natürlichen Essenzen ist Vorsicht geboten. Da ätherische Öle hoch konzentrierte Substanzen sind, sollte ein Öl vor dem direkten Hautkontakt oder dem Verzehr ausreichend verdünnt werden, beispielsweise mit einem pflanzlichen Trägeröl. Nur wenige Arten wie Lavendel oder Immortelle eignen sich pur zum Auftragen auf die Haut, doch selbst dies ist nur punktuell zu empfehlen, unter anderem bei Mückenstichen, Warzen oder Pickeln.

Ebenfalls sollten bestimmte Personengruppen sehr achtsam mit ätherischen Ölen umgehen: Insbesondere für Allergiker, Senioren, Schwangere und Epileptiker ist es sinnvoll, vor der Anwendung einen Arzt zu konsultieren. Auch Babys und Kleinkinder können äußerst empfindlich auf Essenzen reagieren, weshalb man sich vorher stets umfassend über die Tauglichkeit für Kinder informieren sollte.

Arten der Anwendung

  • Aromatherapie
    Unter dem Begriff Aromatherapie versteht man die Nutzung angenehm duftender Essenzen zur Steigerung des psychischen wie auch des körperlichen Wohlbefindens. Ätherische Öle bieten zahlreiche verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Zu den beliebtesten Varianten gehören:
    1. Raumbeduftung Diese überaus bekannte Praktik sorgt für einen andauernden Wohlgeruch im Haus. Eine einfache Methode der Beduftung ist die Diffusion, wobei sich das Öl in einem Gefäß befindet und anhand von dünnen Holzstäbchen im Raum verteilt wird.
    2. Bad und Sauna Für ein Genusserlebnis der Extraklasse können pflanzliche Essenzen auch in der Badewanne eingesetzt werden. Durch den Wasserdampf, der bei einem heißen Bad entsteht, gelangen die ätherischen Öle leicht in die Atemwege. Deshalb ist diese Methode auch bei der Behandlung von Husten und Schnupfen beliebt. Da Öle grundsätzlich nicht mit Wasser vermischbar sind, wird ein weiterer Stoff benötigt, der die Vermengung ermöglicht – ein sogenannter Emulgator. Dies kann eine einfache Substanz wie Milch oder Honig sein.
      Auch ein entspannender Saunagang kann mithilfe von wohlriechenden Essenzen noch intensiviert werden, indem die Aufgüsse mit natürlichen Ölen angereichert werden.
    3. Massagen Eine besondere Art der Aromatherapie ist die Aromamassage. Hierbei werden angenehm riechende Öle und Lotionen auf die Haut aufgetragen, die während der Behandlung zur allgemeinen Entspannung beitragen. Wegen der Aufnahmefähigkeit der Poren gelangen einzelne Partikel über den Blutkreislauf in den Körper. So können die wertvollen Inhaltsstoffe ihre Wirkung auch im Inneren entfalten. Äußerst rezeptiv ist die Haut an den Fußsohlen und den Handflächen, weshalb das sanfte Einreiben an diesen Stellen als ausgesprochen effektiv gilt. Auch für eine beruhigende Selbstmassage sind ätherische Öle wie Rose, Lavendel oder Orange optimal geeignet.
    4. Kochen und Backen Die kulinarische Nutzung von Essenzen wird als Aromaküche bezeichnet. Durch die intensive Würze können Speisen verfeinert und damit das Geschmackserlebnis verstärkt werden. Dennoch sind nicht alle ätherischen Öle für die innerliche Anwendung empfehlenswert: In der Aromaküche sollten nur Öle eingesetzt werden, die eindeutig zum Verzehr zugelassen sind.

  • Pflege- und Kosmetikprodukte Selbstgemachte Kosmetika wie Parfums, Lotionen und Massageöle mit natürlichen Essenzen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Da ätherische Öle nicht nur wunderbar duften, sondern oftmals auch entzündungshemmende und antiseptische Eigenschaften besitzen, können sie eine ideale Ergänzung für die tägliche Hygiene und Pflege sein. Zu den hautfreundlichen Ölen gehören unter anderem Manuka, Teebaum, Rose und Patschuli.

Fazit

Nur wenige Naturheilmittel sind so vielfältig einsetzbar wie ätherische Öle. Durch die individuellen Eigenschaften jeder einzelnen Pflanze können die verschiedensten Beschwerden gelindert werden, von kleinen Hautunreinheiten bis hin zu schmerzhaften Entzündungen. Nicht immer ist es einfach, das ideale Öl für die persönlichen Bedürfnisse zu finden, weshalb es selbstverständlich erlaubt ist, Verschiedenes auszuprobieren.

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